Schadstoffe in Kleidung - Auf Motivaufdrucke verzichten?
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In vielen Klamotten und Textilien stecken Schadstoffe. Das ist schon lange bekannt. Dabei handelt es sich um Chemikalien und Allergene, die über die Haut in den Körper aufgenommen werden und bei ihren Trägern teils sogar schwere Allergien und Irritationen auslösen können.

Auch die Arbeiter bei der Herstellung und die Umwelt sind betroffen. Es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel aller Chemikalien weltweit zur Herstellung von Kleidung und Textilien verwendet werden.

Eine alarmierende Zahl. Besonders besorgniserregend ist die Belastung bei Motivaufdrucken, die nachweislich krebserregende Stoffe beinhalten.

Motivaufdrucke mit gefährlichen Weichmachern

Motivaufdrucke sind vor allem bei jungen Menschen sehr beliebt. Sie bringen Farbe und Abwechslung in die Mode.

Zur Haltbarkeit und für den Tragekomfort enthalten viele Drucke jedoch Weichmacher und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die krebserregend sind oder die Fortpflanzung beeinträchtigen können.

Leider werden solche chemisch stark belasteten Motivaufdrucke auch immer wieder auf Kinderkleidung angetroffen.

Was also tun? Ganz auf die bunten Aufdrucke verzichten? Nein, das muss nicht sein. Kundinnen sollten ihre Kleidung jedoch mit Bedacht aussuchen.

Es gibt zum Beispiel Fair Fashion Labels, die für die Herstellung der Kleidung und insbesondere der Motivdrucke unbedenkliche Farben nutzen.

Ein IVN-Best-Zertifikat zeigt ebenfalls an, dass keine bedenklichen Schadstoffe beim Bedrucken auf die Kleidung kommen. Auch Siebdrucke gelten als unbedenklich. Eine große Auswahl unbedenklicher Kleidung sowie ausgewählte Top-Marken finden sich hier.

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Vorsicht auch beim kleinen Schwarzen

Es ist der Klassiker: Das kleine Schwarze für den besonderen Anlass. Jedoch warnen Wissenschaftler und Verbraucherschützer immer wieder davor, dass minderwertige Farben und fragliche Herstellungsmethoden verwendet werden.

Gerade schwarze Farbstoffe sind besonders mit Schadstoffen belastet. Vielfach rücken auch Kunstfaserprodukte in den Blickpunkt. Bei nicht fachgerechter Färbung verbindet sich die Farbe nicht richtig mit den Fasern.

Durch den Schweiß können die Farben ausgewaschen werden und die Giftstoffe in den Körper gelangen. Hautreizungen, Allergien oder in Extremfällen sogar Asthmaanfälle können die Folge sein. Im Extremfall, bei sehr häufigem Tragen, kann es sogar zu einer schleichenden Vergiftung kommen.

Tipp: Generell auf Kunstfaserkleidung verzichten. Die Fasern werden aus Erdöl gewonnen und sind oft nicht „farbecht“. Ansonsten gilt: Kleidung möglichst vor dem ersten Tragen waschen. Wer zu einem vertrauenswürdigen Label greift oder Textilien mit Cradle-to-Cradle-Zertifizierung kauft, ist auf der sicheren Seite.

Produktion in Asien oft problematisch

Generell sollten sich Kundinnen überlegen, auf in Asien hergestellte Textilien zu verzichten. Viele bekannte Labels überwachen zwar mittlerweile den Herstellungsprozess und die verwendeten Stoffe sowie Farben, von einer lückenlosen Kontrolle kann jedoch überhaupt keine Rede sein.

Fakt ist, dass dort auch große Gefahren für die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Textilindustrie bestehen und riesige Mengen gefährlicher Chemikalien in den Umweltkreislauf gelangen.

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Bei Used-Look-Produkten besteht zudem das Problem, dass die Bearbeitung mit Sandstrahl-Verfahren erfolgt. Dadurch gelangt jede Menge Feinstaub in die Umwelt und damit in die Lungen der oft wenig geschützten Arbeiterinnen.

Aufgrund von Todesfällen, die direkt mit der Anwendung der Produktionsverfahren in Verbindung gebracht werden konnten, haben sich bereits einige Regierungen dazu entschlossen, die Technik zu verbieten.

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