Boho Chic: Mehr als nur Blumenkleider und Fransen
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Der Boho-Chic oder Boho-Stil hat sich schon zu einer festen Größe unter den Moderichtungen entwickelt, denn nicht nur im vergangenen Winter war er als einer der großen Trends auf den internationalen Laufstegen angesagt, auch in diesem Sommer zeigt sich der Boho Chic sehr präsent mit weiten fließenden Hosen, Maxikleidern und Ethnomustern.

Daher sehen viele in ihm oft eine andere Bezeichnung für den wilden Hippie-Look der 1970er-Jahre. Doch es gibt Unterschiede zwischen dem Boho Chic und der Hippiemode.

Woher kommt die Bezeichnung „Boho“?

Boho ist eine Abkürzung für „Bohème“(französisch)  bzw. „Bohemian“ (englisch) und bezeichnet den unkonventionellen Lebensstil von Schauspielern und weiteren Künstlern im 19. Jahrhundert. Die Wortschöpfung selbst geht auf böhmische Sinti und Roma zurück. Mit diesem Wort wurde also in den Anfangszeiten kein Modestil umschrieben, sondern eine lässige und exzentrische Lebensphilosophie.

Seit einigen Jahrzehnten ist Boho in der Mode angekommen, so trugen Romy Schneider, Anita Pallenberg und Veruschka von Lehndorff in den 1960er- und 1970er-Jahren schon Outfits im Boho Style.

Was sind  die Modeelemente des Boho Chics?

Im Boho Chic treffen verschiedene Moderichtungen aufeinander, wie Elemente der Hippiemode, verspielter Ethnostil, orientalische Muster und Elemente sowie wilder Rockstyle.

Zwar erinnert so mancher Print wie psychedelische Muster und so manches Schnittdetails wie beispielsweise Fransen oder Maxikleider an die unvergessliche Hippiezeit, doch der Boho Chic ist eindeutig eleganter ausgerichtet und in seinen unangestrengt wirkenden Kombinationen auch alltagstauglich.

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In diesem Sommer findet sich der Boho Stil in folgenden Schnitten, Mustern, Motiven, Elementen, Styles und Zusammenstellungen:

Kleidung:

  • Weite Pyjamahosen, am besten in auffallenden Prints, kombiniert mit Basics wie weißen Blusen, T-Shirts und Blazern
  • Entspannte Lagenlooks
  • Bunte Maxikleider
  • Boho-Prints wie Blumenmuster, Batik und Paisley
  • Ethnomotive
  • Kleider und Röcke im Printmix
  • Fransige Jeansshorts
  • Weite Kaftane, kombiniert mit schmalen Hosen
  • Oversize-Pullis, kombiniert mit Leggings oder Strumpfhosen
  • Muster- und Farbenmix: Naturfarben kombiniert mit farbenfrohen Tönen, dezente Farben zusammen mit auffälligen Mustern, Seide kombiniert mit Leder oder (Kunst-) Fell
  • Schwere Wollmäntel, Jacken mit Pelzbesatz, Ponchos, Strickjacken für kühlere Tage
  • Vintagemode

Schuhe und Accessoires

  • Ankle Boots, derbe Stiefel zum Maxikleid, Wedges (Sandalen mit Keilabsatz)
  • Bunte Tücher, gehäkelte Schals, Stolen über Blusen und Shirts
  • Breite bestickte Gürtel zu Oversize-Pullis und Mänteln, Ledergürtel auf Empire-Kleidern
  • Federaccessoires
  • Große Ledertaschen, Fransentaschen, Stofftaschen mit orientalischen Mustern
  • Turbane, Stroh- und Schlapphüte als Kopfbedeckung
  • Auffallender Modeschmuck: Lange Perlenketten, große Ohrringen, breite Armreife, üppige Ringe, dekadenter Art Deco Schmuck im Stil der 1920er-Jahren, der zu bunten Blusen und Oversize-Kleider getragen wird
  • Einfache Bänder aus Leder oder Stoffresten um den Arm gebunden, gehäkelter Schmuck

Make-up und Frisuren

  • Natürlich wirkendes Make-up wie der Nude-Look
  • Lässiges Haar-Styling wie der Undone-Look, romantische geflochtene Frisuren, Haarreifen, mit Blumen besetzte Spangen, Bandanas
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Der aktuelle Boho Chic setzt vor allem klassische Basics ein, die in Kombination mit auffallenden Kleidungstücken einen entspannten, nicht übertriebenen und raffinierten Look entwickeln.

Die einfache Regel, um einen edel aussehenden Boho Look zusammenzustellen, lautet:

Trage rustikale oder lässig wirkende Kleidungsstücke zusammen mit eleganten Teilen.

Der Boho Chic ist sehr vielseitig und wandelbar und macht einfach Spaß, weil er lässig und mondän zugleich wirkt. Mit verschiedenen Basics, ein paar Accessoires und auffallenden Kleidungsstücken entstehen immer wieder neue Outfits.

Da er sich nicht auf einen oder wenige Schnitte beschränkt, kann ihn auch jeder Figurtyp tragen. Nur verkleidet sollte man sich nicht fühlen. Dann sollten Sie von diesem Stil besser Abstand halten.

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