Woher kommt diese Wolle? Wärmende Fasern von Merinoschaf und Co.
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Gerade jetzt im Winter werden gerne tierische Wollfasern oder Mischungen aus Tier- und Synthetikfasern verstrickt. Ich selbst greife meistens auf Merinowolle, Alpaka und Kaschmir zurück, wobei letztere natürlich recht teuer ist, gerade wenn es sich um 100% Kaschmir handelt. Aber die Ausgabe lohnt sich: Der Pulli liegt ganz zart und weich auf der Haut und man möchte ihn nicht mehr ausziehen.

Da Kaschmirwolle nicht zu den günstigsten gehört, habe ich bisher gerade mal zwei Modelle angefertigt und mich immer für klassische Strickpullis entschieden, sodass ich sie wirklich lange tragen kann.

Doch es gibt nicht nur Wolle von Schafen oder Ziegen. In diesem Artikel stelle ich weitere Tierfasern vor, die es in den verschiedenen Woll-Online-Shops zu kaufen gibt.

Merinoschaf:

Die meiste Schurwolle ist mit „Merinowolle“ gekennzeichnet. Das Merinoschaf, das hauptsächlich in Australien lebt und für die Schurwollproduktion gehalten wird, liefert sehr hochwertige weiche Wolle. Wer Wert auf artgerechte Haltung legt, sollte auf das ZQ-Siegel bei dem Wollkauf achten. Übrigens: Bis zu 345 000 Tonnen Wolle jährlich produzieren die die Merinoschafe in Australien, das ist Rekord.

Merinowolle ist besonders für Allergiker und hautempfindliche Menschen geeignet.

Islandschaf:

Das Islandschaf hat ein zweilagiges Fell: Das obere Deckhaar ist fest und wasserabweisend, das Unterhaar ist fein, weich und wärmeisolierend. Beide Haare werden beim Spinnen zu einem Garn verbunden.

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Kaschmirziege:

Die teuerste Tierfaser liefert die Kaschmirziege, die in der Region Kaschmir in Südostasien (die Region liegt in Indien und Pakistan) zuhause ist. Die meiste Kaschmirwolle wird heute allerdings in China, der Mongolei und Afghanistan gezüchtet. Für die Wolle nimmt man nur das feine Unterhaar, dessen Ertrag nicht sehr groß ist.

Alpaka:

Die Alpakas leben in der Andenregion und haben ein sehr dichtes Fell, das deutlich stärker wärmt als das von Schafen. Die Faser ist sehr verträglich, auch für empfindliche Menschen.

Lama:

Wie das Alpaka kommt in den Anden in Südamerika auch das Lama vor, dessen Wolle hauptsächlich für Mäntel verwendet wird. Aber auch als Wollknäuel zum Stricken findet sich ab und zu diese Faser.

Vikunja:

Das sogenannten „Andenkamel“ liefert sehr weiche und feine Wolle, deren Produktion sehr arbeitsaufwändig ist. Die Tiere können nicht domestiziert werden und müssen für die Schur mühsam eingefangen werden.

Angoraziege:

Die Angoraziege ist der Lieferant der bekannten Mohairwolle. Die meiste Mohairwolle wird in Südafrika, den USA und in der Türkei produziert. So gut mir die leichte und flauschige Mohairwolle gefällt, ich kann sie nicht tragen, da sie mich spürbar auf der Haut kratzt. Und das trifft nicht nur auf mich zu. Mohair bereitet hautempfindlichen Menschen und Allergikern häufig Probleme.

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Angorakaninchen:

Das Angorakaninchen bietet sehr flauschiges Fell, das allerdings auch sehr stark haart und sich auf der Kleidung festsetzt. Der Hauptproduzent von Angorawolle ist China. In der letzten Zeit haben Videos von gequälten Angorakaninchen die Runde gemacht, wo den Tieren das Haar brutal vom Körper gerissen wurde. Es gibt Sorten von Angorakaninchen, bei denen das Fell gepflückt wird, bei anderen wird es geschoren.

Yak:

Die großen Yak-Rinder, die in der freien Wildbahn vom Aussterben bedroht sind, haben ihre Heimat in Tibet und liefern eine äußerst wärmende Wolle, die aufgrund ihrer sehr weichen Faser oft mit Kaschmir verwechselt wird. Ich habe schon sehr schöne Wolle mit Yak-Anteil in verschiedenen Wolle-Online-Shops gesehen, meist kombiniert mit Merino und Alpaka.

Possum:

Die kleinen Beuteltiere aus dem australischen Raum gelten in ihren Herkunftsländern als Plage. Ihr Fell ist von hoher Qualität, die Faser ist fein, leichter als Kaschmir und verfügt über eine hohe Isolationsfähigkeit. Außerdem soll die Possumwolle nicht pillen.

Trampeltier:

Auch vom zweihöckrigen Kamel gibt es wärmende Wolle. Die Tiere werden vor allem in China, der Mongolie und Russland gezüchtet. Das Trampeltier wirft im Frühjahr sein Fell ab, sodass es nicht geschoren werden muss. Ich selbst habe Wolle vom Trampeltier bisher nur in braunen Tönen (Originalfarbe) im Handel gesehen.

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Wer Wolle verstricken will, sollte wirklich darauf achten, welche Faser für einen selbst gut verträglich ist. Merinowolle führt kaum zu allergischen Reaktionen, bei den anderen Fasern muss man das selbst testen. Dabei sollte man die Wolle an hautempfindlichen Stellen auflegen, wie beispielsweise im Ausschnitt und nicht mit der Hand fühlen, ob die Wolle kratzt. Denn die Haut der Hand ist meistens sehr unempfindlich.

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