Edel und empfindlich: Pflegetipps für Seide
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Seide gehört zu den edelsten Textilien, auf keinem anderen Stoff kommen Farben und Muster so intensiv zur Geltung. Doch so schön ein Kleidungsstück aus reiner Seide oder einem Seidengemisch auch ist, Seide benimmt sich – was die Pflege angeht – wie eine Mimose.

Ich selbst musste dies schon an Seidenblusen aus Crêpe de Chine feststellen. Das Material zieht Hautcreme, Deo und Schweiß regelrecht magisch an und schnell ist das Kleidungsstück – vor allem wenn es einfarbig ist – übersät mit unschönen Flecken. Wird es gewaschen, sieht es im nassen Zustand so aus, als seien alle Flecken verschwunden. Doch – oh, Wunder, beim Trocknen tauchen sie wieder auf, vor allem Fettflecken.

Daher sollte man schon beim Tragen von Seidenblusen, -shirts, -tops oder -schals auf bestimmte Dinge achten, um möglichst lange Freude an den oft teuren Stücken zu haben.

Wichtige Pflegetipps für Kleidung aus Seide:

  • Schon vor dem ersten Tragen: Besprühen Sie das Kleidungsstück nicht mit Parfüm oder Deo. Das gibt Flecken, die wahrscheinlich nicht mehr herausgehen.
  • Genauso sollten Sie auch auf das Eincremen verzichten, denn der Körper gibt Lotions, Cremes und andere fetthaltige Substanzen wieder über die Haut ab. Die Seide nimmt das Fett deutlich sichtbar in ihr Gewebe auf. Folge: Fettflecken, die auch nur schwer beim Waschen zu entfernen sind, wenn überhaupt.
  • Sollte ein Kleidungsstück aus Seide hartnäckige Flecken enthalten, dann ist die Chemische Reinigung zu empfehlen, aber ob bei diesem Reinigungprozess alle Flecken rausgehen, kann nicht hundertprozentig garantiert werden.
  • Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie Ihre Seidenteile auch in die Chemische Reinigung bringen. Das muss aber nicht sein, Sie können die Kleidungsstücke selbst waschen. Es gibt nur ein paar Dinge zu beachten.
  • Waschen Sie Seide nicht mit Bleichmittel.
  • Ziehen Sie die Handwäsche der Maschinenwäsche vor.
  • Wählen Sie eine milde Seife oder ein spezielles Shampoo für Seide für die Handwäsche.
  • Weichen Sie das Kleidungsstück ca. 3 bis 5 Minuten in lau- oder handwarmem Wasser ein. Dunkle oder bunte Seide nur kurz in kaltem Wasser waschen, nicht einweichen.
  • Nach dem Einweichen sollten Sie das Kleidungsstück NICHT auswringen, da Seide im nassen Zustand noch empfindlicher ist.
  • Ein guter Tipp, um alle Seifenrückstände aus dem Seidenstoff zu bekommen: Spülen Sie das Kleidungsstück in kaltem Wasser, in das Sie ein TL Weinessig gegeben haben, gründlich aus.
  • Statt das Teil auszuwringen, rollen Sie es in ein trockenes Handtuch ein, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen.
  • Danach rollen Sie das Kleidungsstück aus dem Handtuch aus und ziehen es auf einer flachen Unterfläche wie einem Tisch gerade.
  • Wenn Sie die Seide bügeln, achten Sie darauf, dass durch den Wasserdampf keine Wasserflecken entstehen. Diese bilden leichte Vertiefungen in dem Stoff und können nur durch eine erneute Wäsche entfernt werden.
  • Daher sollten Sie Seide ohne Dampf bügeln, und am besten von der Rückseite. Was geht: Legen Sie ein feuchtes Baumwoll-Tuch auf das zu bügelnde Stück.
  • Das Kleidungsstück sollte beim Bügeln noch leicht feucht sein.
  • Verwenden Sie beim Bügeln die niedrigste Einstellung für Wolle/Seide. Wird Seide zu heiß gebügelt, kann die Eiweißverbindung in dem Stoff dauerhaft Schaden nehmen.
  • Ist die Seide knittrig oder faltig, dann gehen die Knitter am besten raus, wenn Sie kurz die heiße Dusche aufdrehen und danach das Teil über Nacht in den Dampf hängen.
  • Falls Sie bei trockenem Wetter das Kleidungsstück aus Seide auf einem Bügel draußen in der frischen Luft trocknen lassen wollen, dann sollte das Teil keinem direkten Sonnenlicht ausgesetzt sein. In der Sonne können die Farben verblassen und das Gewebe geschädigt werden.
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