Weg von Fast Fashion – 10 Tipps für nachhaltige Mode
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Willst du auch weg von den schnelllebigen Modetrends und dem Modediktat, das dir eigenwillige Trends aufzwingt? Willst du mit deinen modischen Kaufentscheidungen die Umwelt weniger belasten und menschliche wie natürliche Ressourcen schonen?

Dann findest du hier hilfreiche Tipps, wie du nachhaltiger shoppst und trotzdem gut angezogen bist.

Im Schnitt besitzt jede Frau 118 Kleidungsstücke, knapp 20 Prozent davon werden nur zweimal getragen und landen schließlich im Müll. Wegwerf-Mode belastet die Umwelt, verschwendet unnötig Ressourcen und beutet Textilarbeiter und -arbeiterinnen aus, die unter unhaltbaren Zuständen in Asien Kleidung im Akkord produzieren.

Wer sich für hochwertige Kleidung aus Naturfasern entscheidet und sie mehrere Jahre trägt, fördert eine nachhaltige Modekultur.

#1 Richte dich nicht nach Modetrends

Trage hauptsächlich klassische Kleidungsstücke, die trendunabhängig sind und nicht nach nur einer Saison aussortiert werden sollten. Aus wenigen hochwertigen Teilen kannst du dir eine Grundgarderobe zusammenstellen, die farblich optimal aufeinander abgestimmt ist und sich auf unterschiedlichste Arten kombinieren lässt.

Auflockern lässt sich diese mit zwei oder drei Trendstücken aus der jeweiligen Saison.

Finde deinen eigenen Modestil, der am besten zu deinen Proportionen passt, und bleibe diesem treu. So vermeidest du spontane Fehlkäufe, die deinen Geldbeutel und die Umwelt belasten.

#2 Kaufe auch mal gebraucht

Wenn du gebrauchte hochwertige Kleidung kaufst, hilfst du der Mode zu einem langen Produktleben. Das ist ressourcenschonend für Natur und Mensch und sendet wichtige Signale an die Textilindustrie.

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Gebrauchte Kleidung hat nichts mit abgetragenen Lumpen zu tun, du findest online wie offline gut bestückte Second-Hand-Läden, die auch ausgefallene Designermode im Angebot haben.

#3 Leihe dir Kleidung

Ich weiß, Kleidung leihen ist nicht jedermanns Sache. Aber gerade für spezielle Anlässe solltest du es durchaus in Betracht ziehen. Denn wahrscheinlich wirst du dieses Outfit nur einmal tragen, da wäre ein Kauf echte Verschwendung.

Es gibt grüne Modelabels, die neben Verkauf von Kleidung auch Kleiderverleih anbieten.

#4 Achte auf Siegel

Kleidung aus Bio-Baumwolle wird ohne Einsatz von Pestiziden und giftigen Chemikalien hergestellt. Diese Mode ist mit entsprechenden Siegeln wie u. a. dem GOTS-Siegel gekennzeichnet.

Du findest weitere wichtige Güte- und Öko-Siegel in dem Artikel „Eco-Fashion: Welche Ökosiegel und Qualitätszeichen gibt es?“

#5 Verzichte auf den Used-Look

Der allseits beliebte Used-Look von Jeans wird in den Billiglohnländern durch das Bestrahlen von Sand erzielt. Dieser Quarzstaub verursacht bei den Arbeitern eine unheilbare Staublunge.

Du kommst auch auf „natürlichem“ Weg zu deiner Jeans im Used-Look. Wenn du sie lange genug trägst, nutzt sich die Jeans ganz von selbst an den entsprechenden Stellen ab.

#6 Kaufe auch mal bei grünen Modelabels

Grüner Mode sah man vor Jahren noch den Öko-Look an, schlabbrige Kleidung aus lumpig aussehenden Biotextilien kombiniert mit Birkenstocksandaletten. Dieses Bild gehört längst der Vergangenheit an.

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Mittlerweile produzieren grüne Labels moderne Kleidung aus hochwertigen Stoffen, sodass man auf den ersten Blick gar nicht das „grüne“ erkennt. Auch die Preise unterscheiden sich kaum oder überhaupt nicht von konventioneller Kleidung.

Wer statt Massenware gerne handgefertigte Unikate trägt, findet z. B. im Dritte-Welt-Shop, einer Initiative der Deutschen Welthungerhilfe fair produzierte Kleidung, Accessoires sowie Schmuck.

#7 Wasche Kleidung umweltfreundlich und nicht zu oft

Das Waschen von Kleidung verbraucht jede Menge Wasser und Energie. Wer nachhaltig leben möchte, sollte auch hier ansetzen: Wasche nur, wenn es unbedingt nötig ist und wenn die Maschine gut gefüllt ist. Mehr als 30°C reichen für eine saubere Wäsche vollständig aus, Bio-Waschmittel belastet nicht das Abwasser.

Zu oft gewaschene Kleidung verschleißt auch schneller, manch ein Waschgang könnte durch ein ausgiebiges Lüften ersetzt werden.

#8 Meide chemikalienbelastete Kleidung

Es gibt genügend Kleidung, die mit giftigen Chemikalien belastet ist, das ist vor allem an den Hinweisen wie „vor dem Tragen waschen“, „knitterfrei“ und „bügelfrei“ zu erkennen. Auch beschichtete Outdoormode kann gefährliche Substanzen enthalten, die für Umwelt und den eigenen Körper schädlich sind.

Entscheide dich beim Kleiderkauf besser für Bio-Fasern wie Baumwolle, Leinen, Wolle, Hanf, Bambus und nachhaltige Viskose. Viskose ist zwar eine Chemiefaser, für die aber zellulosische Stoffe wie Holz und Bambus verwendet werden.

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#9 Trage die Kleidung von Eltern und Freunden

Warum nicht mal im Kleiderfundus von Freunden oder der Eltern stöbern? Da können wirkliche Vintage-Stücke, wie ein Tellerrock oder ein Rockabilly-Kleid, zutage kommen. Diese Mode aus vergangenen Jahrzehnten ist mittlerweile wieder groß angesagt.

Auch Kleidungsstücke vom Freund, beispielsweise ein großes Herrenhemd, kannst du modisch upgraden, indem du es mit weiblichen Accessoires wie High Heels, kleiner Handtasche sowie einem Pencilskirt trägst oder im angesagten Layering-Look zusammen mit engen Jeans und einem Pullover kombinierst.

#10 Kaufe nicht zu viel

Lege dir nicht zu viel Kleidung und Schuhe zu. Die vielen Teile kannst du ohnehin nie richtig auftragen, wahrscheinlich bleiben einige ewig ungetragen im Kleiderschrank liegen.

Kaufe dir stattdessen qualitativ gute Kleidung, die ressourcenschonend produziert wurde und die du länger als eine Modesaison anziehen kannst.

Solltest du doch mal ausmisten, dann kannst du die Kleidungsstücke in Second-Hand-Läden oder auf Flohmärkten zum Verkauf anbieten. Falls du die Kleider kostenlos abgeben möchtest: Sozialkaufhäuser freuen sich immer über Kleiderspenden.

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