Modetrend Oversize: Übergroßes richtig stylen
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Der Begriff „Oversize“ bezeichnet in der Mode ein sehr fällig und übergroß geschnittenes Oberteil, wie ein Shirt oder Top, einen Pullover, eine Bluse, eine Jacke oder einen Mantel. In der Frühjahrsmode 2015 sind Oversize-Teile wieder angesagt, wie beispielsweise ein übergroß geschnittener Blazer oder ein lässiges Shirt.

Diese ausladende Weite der Oversize-Oberteile braucht natürlich ein passendes Styling, damit die Proportionen der Trägerin nicht unnötig gestaucht wirken.

Daher sollten Sie Oversize-Oberteile mit schmalen Hosen und engen Röcken, die am besten nur bis kurz unterhalb des Knies reichen, kombinieren. Wer seine Beine noch länger erscheinen will, sollte bei dieser Kombi hohe Absätze tragen, das verbessert deutlich die Körperproportionen.

Oversize ist nicht für jeden Figurtyp geeignet

Für schlanke, hochgewachsene Frauen ist ein Oversize-Shirt kein „Figurverschlechterer“, doch nicht für jeden Figurtyp kann ich Oversize empfehlen.

  • Gerade Frauen mit stärkeren Hüften und kräftigen Oberschenkeln kann die Weite eines Oversize-Tops figürlich benachteiligen, d. h. sie wirken noch breiter und wuchtiger als es in Wirklichkeit der Fall ist.
  • Das gleiche gilt für kleine Frauen: Sie werden durch ein überweites Oberteil in ihrer Körpergröße gestaucht. Natürlich staucht oder verkürzt ein XXL-Shirt jede Frau, doch wenn Sie schon klein sind, fällt dieser negative Effekt noch mehr ins Auge als bei groß gewachsenen Frauen.
  • Frauen mit üppigen Rundungen sollten diese eher betonen als sie zu verstecken und sich an ihrer schmalsten Stelle, sei es nun unter der Brust oder in der Taille, durch ein weites Oberteil nicht noch „breiter“ zu machen.
  • Die Länge des Oversize-Tops ist für die Wirkung auch entscheidend: Ist es nicht so lang, dass es unterhalb des Pos endet, sondern an der breitesten Stelle der Hüften, dann betont mit solch einem Oberteil gerade der A- und der X-Figurtyp seine breiteste Stelle, was nicht sein sollte.
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Half Tuck gibt Oversize-Shirts interessante Drapierung

Wer die Modeszene genau beobachtet, dem wird seit ca. 2 Jahren ein auffälliger Styling-Trick von Oversize-Tops ins Auge gefallen sein, das halbseitige Einstecken von weiten Oberteilen in den Hosen- oder Rockbund, sodass das Oberteil lässig über den Bund drapiert wird und der Silhouette einen Mittelpunkt im Bereich der Taille verleiht.

Entweder werden die XXL-Shirts vorn in den Bund gesteckt oder auch seitlich. Dieser Styling-Trick wird auch Half Tuck genannt. Am besten klappt der Half Tuck mit leichten Oberteilen aus dünnem Stoff, der im Bund nicht aufträgt.

Nachfolgend finden Sie ein Video, in dem der Half Tuck mit einer Hemdbluse vorgeführt wird, und es werden verschiedene Tucks gezeigt, so der Front Tuck (das teilweise Einstecken des Oberteils im vorderen Bereich), der Half Tuck (hier wird das Oberteil seitlich eingesteckt) und der Back Tuck (das Einstecken im Rückenbereich).

Gerade leichte Blusen, die durchgeknöpft sind, bieten sich für ein auffallendes Half-Tuck-Styling an, denn mit so einem Kleidungsstück können Sie einen Teil der Bluse vorne in den Bund stecken und das andere herunterhängen lassen. Dieser Look sieht sehr modern und frech aus (siehe Foto auf Pinterest).

Generell ist dieses Styling mit dem etwas schlampig wirkenden, halbseitigen Einstecken (das Schlampig ist durchaus gewollt) des weiten Oberteils eher ein Look für die Freizeit und nicht für förmliche Anlässe oder den Bürojob geeignet. Allerdings kann er ein strenges Abendoutfit (z. B. lange seidige Bluse mit schmaler Hose) durchaus auflockern. Aber da kann jede Frau ihr eigenes Modegespür einsetzen, wann der Look passt und wann nicht.

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Mit Sicherheit ist der Half Tuck nicht jederfraus Sache. Ich habe ihn schon an mir getestet und er gefällt mir nicht wirklich, deshalb lasse ich es sein. Und bei weiten Strickpullis sieht er ohnehin nichts aus, denn voluminöse Stoffe oder Stricksachen lassen sich schon gar nicht lässig in den Bund stecken.

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