Häkeln, Stricken, Nähen: Warum Handarbeit wieder im Trend ist

Die neue Lust am Do-it-Yourself hat viele gute Gründe. Die einen greifen selbst zu Nadel und Faden, weil sie sich die Zeit vertreiben wollen, andere wollen nachhaltiger leben oder sicherstellen, dass die Kleidung, die sie tragen, zu 100 Prozent aus natürlichen Materialien ist.

Was steckt dahinter, warum ist Handarbeit wieder im Trend?


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Grund 1: Handarbeit ist ein sinnvolles und produktives Hobby

Ein guter Grund zum Häkeln, Stricken und Nähen ist, dass Handarbeit so produktiv und sinnvoll ist. Mit etwas Übung lassen sich viele praktische und schöne Dinge ganz leicht selbst herstellen. Die selbst gehäkelte oder gefilzte Tasche, eine warme Strickmütze, ein hübscher Sommerrock, ein cooles Karnevalskostüm oder dekorativen Schmuck, der garantiert einzigartig ist, stellen nur eine kleine Auswahl der Möglichkeiten dar.

Wer das Besondere, das Individuelle mag, wird vom Do-it-Yourself-Trend begeistert sein. So können beispielsweise schlichte und kostengünstig erworbene Dirndlkleider für das Oktoberfest mit funkelnden Ziersteinen, duftigen Bändern und niedlichen Stickereien ganz nach eigenem Geschmack verschönert werden. So ein Kleid hat bestimmt keine andere Frau auf der Wies´n! Und es ist noch viel mehr möglich:

  • Mit Schmucksteinen besetzte Pumps vervollständigen einen Cinderella-Auftritt beim ersten Date.
  • Bestickte Hosenaufschläge lassen eine normale Jeans zum absoluten Lieblingsteil avancieren.
  • Eine offene Strickjacke wirkt durch eine selbst gemachte Verschlussbrosche festlich.
  • Wer schon immer nach einem rockigen Oberteil Ausschau gehalten hat, das perfekt für den Discoabend geeignet ist – nämlich zum Beispiel mit eingearbeiteter Tasche für Kleingeld, Lippenstift oder Getränkekarte – kann seine Suche endlich beenden und selbst beherzt zu Nadel und Faden greifen.

Damit die ersten Schritte an der Nähmaschine gelingen, empfiehlt es sich vorab einen Online-Nähkurs zu belegen oder auch einen Grundkurs bei der VHS vor Ort zu buchen.

Sind die Grundlagen geschaffen, müssen nur noch Nähmaschine, Schneiderschere nebst anderem Zubehör angeschafft werden – und schon kann es losgehen. Das Gefühl mit den eigenen Händen etwas Nützliches zu erschaffen, welches sich im Alltag einsetzen lässt, ist unersetzlich.

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Geschenke selber machen

Nicht nur für sich selbst und die Familie ist Handarbeit praktisch. Es lassen sich auch wunderschöne Geschenke herstellen. Wie wäre es mit schönen Damast-Servietten, einer attraktiven Tischdecke oder individuell hergestellten Handtüchern mit hübschen Motiven für die Küche oder das Schwimmbad?

Solche Geschenke kommen bei Freunden und Verwandten gut an und sind aufgrund ihrer ideellen Komponente oft lieber gesehen als gekaufte Allerweltsprodukte.

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Eine ausgefallene Bluse, nach eigenem Geschmack geschneidert, zieht garantiert viele Blicke auf sich.
pixabay.com © thinhvuongvn8088 (CC0 Creative Commons)

Grund 2: Die neue Lust auf Nachhaltigkeit

Wer häufig häkelt, strickt oder näht, häuft in Schubladen und Schränken, in Körben und Schachteln Wolle, Nadeln, Garn, Knöpfe, Perlen, Schnittmuster und vieles mehr an. Eigentlich weiß man gar nicht mehr so ganz genau, was alles in den Regalen schlummert. Aber eins ist sicher: Alles wird gebraucht!

Das ist das Schöne an der Handarbeit, die enorme Auswahl und die kreativen Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Gleichzeitig gehört Handarbeit zu einer ökologisch-nachhaltigen Lebenseinstellung. Handarbeit ist ein Teil von Konsumverzicht und bietet kreative Ansätze für den Zero-Waste-Trend.

Nachhaltig zu leben kann sich im eigenen Haushalt auch dadurch auszeichnen, dass beschädigte Kleidungsstücke nicht einfach entsorgt, sondern repariert werden. Risse in der Jeans, ein ausgefranster Saum und eingerissene Knopflöcher lassen sich ganz einfach selbst ausbessern.

Ist die Kleidung tatsächlich stark abgetragen, kann man aus den Stoffen etwas Neues machen. Eine coole Schultertasche, ein Rucksack, dekorative Schleifen und Bänder oder eine Patchworkdecke sind Möglichkeiten, Stoffe nachhaltig zu verwenden. Ganz zum Schluss eignen sich ganz und gar abgenutzte Stoffe oft immer noch als Putzlappen oder Staubtuch.

Einmal auf den Spuren der Nachhaltigkeit drängen sich weitere Nutzungsmöglichkeiten für Kleidungsstücke auf, die man früher vielleicht einfach in den Altkleidersack gesteckt hätte, weil sie nicht mehr passten oder gefielen. Kleidungsstücke können getauscht, verkauft oder auch verliehen werden, denn was einem selbst nicht mehr passt oder gefällt, ist für andere vielleicht genau richtig.

CO2-Abdruck verbessern

Ein wunderbarer Nebeneffekt von Häkeln, Stricken und Nähen ist, dass der eigene CO2-Abdruck verbessert wird. Die Verbesserung ist umso größer, je gedankenloser man sich in der Vergangenheit verhalten hat.

Beispiel: Wird Kleidung in Asien bestellt, muss diese zuerst auf langen Wegen nach Europa verschifft werden. Die CO2-Belastung, die damit zusammenhängt, ist enorm. Wird die Kleidung selbst hergestellt oder die bestehenden Kleidungsstücke weiterverarbeitet, ist die CO2-Einsparung groß. Wer wissen will, wie der eigene CO2 Abdruck auf dieser Erde aussieht, kann dies unkompliziert testen.

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Grund 3: Wissen, was an den Körper kommt

„Made in China“ oder „Made in Taiwan” prangt auf vielen Etiketten billig produzierter Kleidungsstücke. Stimmen die Angaben bezüglich der Materialzusammensetzung überhaupt?

Diese Frage stellen sich viele, die angeblich hochwertige Kleider aus reiner Baumwolle bestellen und am Ende ein billiges Synthetik-Mischgewebe in den Händen halten. Womit wurde der Stoff gefärbt oder gebleicht? Welches Garn wurde verwendet? Aus welchem Material sind die Knöpfe hergestellt?

Wer seine Kleider selber schneidert, seine Mützen und Handschuhe selber strickt und auch sonst viel selbst macht, hat es in der Hand: Die Anschaffung von Knöpfen, Garn oder Stoffen zum Beispiel aus Bio-zertifizierter Baumwolle aus Betrieben, die nachhaltig produzieren und sozialverträglich mit ihrer Belegschaft umgehen.

Wer ausschließlich qualitativ hochwertiges Material aus reinen Naturfasern benutzen will, kann dies sicherstellen, indem er die Materialien selbst bei nachhaltig wirtschaftenden Betrieben beschafft.

Ein selbstgemachtes Kleid für die Tochter macht Eltern und Kind gleichermaßen Spaß.
pixabay.com © polocanon7d (CC0 Creative Commons)

Allergiker und hautsensible Personen profitieren besonders

Für Menschen, die besonders empfindlich auf synthetische Fasern und aggressive Bleichmittel oder Farbstoffe reagieren, ist der Do-it-Yourself-Trend ein Segen. Naturbelassene Stoffe reizen die Haut nicht und die Abwesenheit von aggressiven Inhaltsstoffen, die in manchen chemisch gefärbten Kleidungsstücken sitzen, tun auch Kontaktallergikern gut.

Nicht zuletzt ist selbst hergestellte Kleidung auch für Babys und Kleinkinder eine gute Wahl. Zum einen können Eltern sicher sein, dass nur ausgewählte Materialien mit ihrem Kind in Berührung kommen.

Zum anderen lassen sich Kleidungsstücke, aus denen das Kind herausgewachsen ist, wiederverwerten und zu neuen Kleidungsstücken oder Utensilien verarbeiten: Aus dem ersten Strampler wird ein weiches Mützchen, aus der ersten Jeans ein Aufbewahrungsbeutel für Legosteine & Co. Kreativität ergibt sich beim Do-it-Yourself-Trend von ganz alleine.

Fazit: Handarbeit ist wieder voll im Trend, weil…

…es den heutigen Zeitgeist trifft, der von Zero-Waste, Nachhaltigkeit und gesundheitsbewusstem Verhalten geprägt ist. Kaum ein Hobby ist dabei so kreativ und sinnstiftend wie Handarbeit, ganz egal, ob es ums Nähen, Häkeln, Sticken, Knüpfen, Filzen, Stricken, Klöppeln, Weben, Stopfen, Flicken, Quilten, Patchworken oder Flechten geht.

(Foto Artikelanfang: © bob_dmyt /Pixabay.com)

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